Abteilung Hausen

1926-1945

Gegründet wurde die Freiwillige Feu­erwehr Hausen 1936. Davor war aber auch schon eine Lösch­mann­schaft vorhanden, wie sich aus dem Zeitungsbericht zum Brand der Kunstmühle im Jahre 1926 er­sehen läßt. Wurde zu Urgroßvaters Zeiten sowieso nicht viel geschrie­ben, so ist noch viel weniger foto­grafiert worden, deshalb ist es nicht ver­wunderlich, dass die Anfänge et­was im Dunkeln liegen.
Am 10. September wurde Wilhelm Büchele, Landwirt am Ort, als Kom­mandant gewählt. Als Stellvertreter ist Daniel Straub, ebenfalls auf 5 Jahre gewählt worden. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte am 27. 10.1936.
Über eine sehr gute Übungsmoral wusste der Schriftführer 1938 im Protokollbuch zu berichten: "Ganz besonders möchte ich noch darauf hinweisen, dass in diesem Jahr nicht einer unentschuldigt von den Übun­gen gefehlt hat".
Einziges größeres Ereignis in diesem Jahr war der 21. August. Wegen ei­nes wolkenbruchartigen Regens war für die gesamte Feuerwehr ab 11.00 Uhr Bereitschaftsdienst be­fohlen. Gegen 17.00 Uhr an diesem Sonntag mussten die Hausener doch noch aktiv werden. Mit Hacken und Schaufeln mussten sie die Straße nach Unterböhringen freimachen, da sie durch einen Erdrutsch verschüt­tet und nicht mehr befahrbar war.
Die nächsten Jahre hindurch wur­den die Übungen "vorschriftsmäßig" ab­gehalten, aber den Krieg bekam auch die Hausener Wehr zu spüren, waren doch viele Feuerwehrmänner zur Wehrmacht eingezogen worden.
1940 wurde ein neuer Schlauchwa­gen beschafft und 3 Jahre später, am 10. März 1943, kam eine Schiebe­leiter zum Preis von 125 Reichs­mark dazu. Noch im November 1944 wurde die Ausrüstung um ei­ne neue Motorspritze ergänzt.
Nach dem Krieg berief Bürgermei­ster Herb alle Männer des Dorfes im Alter von 18 - 45 Jahren zum Rat­haus, ein neuer Kommandant war zu wählen. Nach anfänglichem Sträuben erklärte sich schließlich Karl Reinhard bereit, dieses Amt zu übernehmen, da Wilhelm Büchele al­tershalber zurücktrat.

1947-1955

Feueralarm gab es am 20.10.1947 um 17.20 Uhr. Das Protokoll berich­tet: „Die Scheuer neben der Mühle ist in Brand geraten. In denk­bar kür­zester Zeit war die Wehr am Brand­platze, leider sprang die Mo­torspritze nicht sofort an, so dass 10 Minuten vergingen, bis 3 Rohre Wasser hatten. Die Geislinger, Un­terböhringer, sowie die Göppinger und Degginger Wehr waren mit je einem Löschzug anwesend. Göppin­gen und Deggingen brauchten aber nicht mehr einzugreifen. Erst am an­deren Tag rückte die hiesige Wehr wieder ab, nachdem Geislingen die Nachtwache gestellt hatte". Hier mussten die Hausener leider den Alp­traum einer jeden Feuerwehr - wenn auch nur kurz - durchleben, an der Brandstelle zu sein und kein Wasser an den Strahlrohren haben.
Zum stellvertretenden Kommandan­ten ist 1949 Eugen Büchele ge­wählt worden. Im Mai desselben Jahres wurde eine Schlauchaufhän­gungs­anlage aufgestellt. In den vie­len klei­nen Dingen des alltäglichen Feuerwehrlebens war jede Feuer­wehr damals sich selbst noch die nächste. So mussten auch hier, wie auch in den anderen Orten üblich, die Schläuche noch selbst in Schuss gehalten werden.
Wie so oft bei den Feuerwehren kleiner Ortschaften drückt das Pro­tokoll aus, dass die Wehrmänner ein­mal nicht gebraucht wurden: "Im Laufe des Jahres gab es keine be­sonderen Ereignisse".
Zu gern hätten die Hausener 1952 das Bezirksfeuerwehrfest in Deggin­gen besucht, allein es ging nicht, da kein einziger eine Ausgehuniform besaß. Aber nicht einzig und allein war nur bei der Bekleidung das Not­wendigste vorhanden. 1954 ist der Schlauchbestand festgehalten wor­den: 180 m C-Schlauch, davon 110 m ungummiert und geflickt und 64 m B-Schlauch, davon 17 m neuwer­tig, der Rest geflickt. Hier musste man eben mit den spärlichen Mitteln haushalten, die man hatte.
Am 13. März desselben Jahres ist Erwin Buck zum neuen Komman­danten gewählt worden. Karl Rein­hard wurde zum Ehrenkommandant ernannt. Doch die Freude über den neuen Kommandanten währte nicht lange. Aus geschäftlichen Gründen verließ Erwin Buck 1955 Hausen und in einer außerordentlichen Hauptversammlung ist Hermann Rapp zum neuen Oberhaupt der Hausener Mannen gewählt worden.

1956 - 1965

Beim Punkt Verschiedenes der Ge­neralversammlung 1956 sprach Eh­renkommandant Reinhard ein Problem an, das auch heute noch Freiwilligen Feuerwehren allenthal­ben Sorgen bereitet. Tagsüber arbei­ten viele Mitglieder auswärts und sind so im Alarmfall nicht ver­fügbar. So meinte er, dass unbedingt noch einige Wehrmänner den Ma­schini­stenlehrgang besuchen soll­ten.
Richtig gefordert wurden die Hause­ner am 10. Juli 1958. In der Schloßgasse brannte eine Scheune. In kurzer Zeit konnte das Feuer mit 7 Rohren bekämpft werden. Das Vieh wurde gerettet, aber die Scheune ging trotzdem verloren.
Am 11. September traf die neue Motorspritze ein und wurde am 18. September vom TÜV abgenommen. Welche Wichtigkeit dieser Anschaf­fung beigemessen wurde, ist aus der Tatsache ersichtlich, dass selbst Bürgermeister Wößner anwesend war.
Zu einer recht unchristlichen Zeit, nämlich nachts um 2.00 Uhr, musste am 7. Januar 1959 ausgerückt wer­den. Trotz schneller Hilfe brann­te ein Möbellager mit Wohnung to­tal aus, da der Brand zu spät bemerkt worden war. Auch in diesen Jahren sind ortsüber­greifende Übungen prakti­ziert wor­den. Am 12. Juli wurde mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Überkin­gen ein scheinbarer Wald­brand be­kämpft. Als Brandursache wurde angenommen, dass Funken­flug aus dem Schornstein der ‚Täles­kätter’, die damals per Schiene die Orte des oberen Filstales miteinan­der ver­band, zuerst trockenes Gras und dann den Wald entzündet hätte.
Da Hermann Rapp ebenso wie zuvor Erwin Buck aus beruflichen Gründen Hausen verlässt, wird am 22. 6. 1963 Siegfried Neifer als Komman­dant eingesetzt.
Gebraucht wird die Feuerwehr wie­der in der Nacht vom 17. auf den 18. März 1965. Mit dem Signalhorn am Feuerwehrmagazin alarmieren zwei Autofahrer des Nachts um 2.15 Uhr die Feuerwehr. Beim Vor­beifahren an Hausen hatten sie Feu­erschein gesehen. Der Dachstockbrand in der Hauptstraße 47 war so schnell gelöscht, dass die angerückte Geislinger Feuerwehr nicht mehr eingreifen brauchte.

1965 bis heute

In diesem Jahr noch bemühte sich die Hausener Wehr um den Kreisfeu­erwehrtag 1966, der Zu­schlag ging aber an Mühlhausen. Trotzdem lie­ßen es sich die Feuer­wehrmänner nicht nehmen, mit ei­nem Festwagen am Umzug teilzunehmen, und so be­richtet uns das Protokollbuch vom 24. 7. 1966: "22 Wehrmänner star­teten daselbst mit einer Rakete auf den ersten Flug zum Mond, landeten aber nach einer Fehlzündung der Ra­kete inmitten des Bierzeltes in Mühl­hausen".
1968 war es aber dann soweit. Der 19. Kreisfeuerwehrtag fand am 5., 6. und 7. Juli in Hausen statt. Da­mals wie heute mussten umfangreiche Vorarbeiten geleistet werden, damit das Fest, an dem über 1800 Feuerwehrmänner teilnahmen, rei­bungslos verlief. So sparten weder Zeitung noch die anwesenden Wehr­männer mit Lob für diese ge­lungene Veranstaltung.
Am 11. 4.1970 kam der nächste Kommandantenwechsel. Karl Reich­art konnte als Nachfolger von Sieg­fried Neifer verpflichtet werden, sein Stellvertreter war Hans Büche­le.
1971 kam das erste motorisierte Fahrzeug, ein TSF, nach Hausen. Bügermeister Eiberger übergab im Rahmen einer kleinen Feier am 24. Februar die Schlüssel an den stell­vertretenden Kommandanten. Eben­so beglückwünschte Kreisbrandmeister Rau die Hausener zu ihrer neuesten Errungenschaft.
Bei der Eingemeindung am 1.7.1971 erlosch auch die Eigenständig­keit des Löschzugs, nach insgesamt 35 Jahren. Den Po­sten des neuge­schaffenen Lösch­zugführers über­nahm Kommandant Karl Reichart, der dann aber noch im Dezember desselben Jahres aus gesundheitli­chen Gründen sein Amt niederlegte. Neuer Löschzugführer wurde Kurt Straub, zuerst nur kom­missarisch und ab der Hauptver­sammlung 1972 dann als gewähltes Ober­haupt.
Seit 1982 ist bis auf den heutigen Tag Hans Frank mit diesen Amt be­traut. Kam es seit der Eingliederung zu größeren Einsätzen, so war auch stets der Löschzug Bad Überkingen mit dabei, bei den ganz großen Sachen natürlich auch Geislingen.
Wie jeder andere Löschzug auch, hatte die Feuerwehr Hausen sämtli­che Höhen und Tiefen des Vereins­lebens durchlaufen. Trotz allem wurde aber immer die Kamerad­schaft und gegenseitige Hilfe ge­pflegt. So sind die jährlichen Ausflüge eine feste Einrichtung des Löschzugs Hausen geworden. Auch im übrigen Vereinsleben von Hausen ist der Löschzug eingebunden, hel­fen viele ihrer Mitglieder auch bei anderen Veranstaltungen mit, sei es als Feuerwache oder als Vereinsmit­glied.